Kirgistan: Gedenken in Bischkek
Bei den Ereignissen zwischen dem 6. und 9. April 2010 in Bischkek sind mehr als 80 Menschen ums Leben gekommen. Die Fotos der Verstorbenen, Blumen, Briefe und Aufrufe zieren nun den Zaun vor dem Regierungsgebäude vor dem Weißen Haus auf dem Alatoo-Platz in Bischkek - mittlerweile eine wahre Pilgerstätte, an der sich immer wieder hunderte Passanten versammeln. Ex-Präsident Kurmanbek Bakijew ließ schießen, als Demonstranten vor dem Weißen Haus, dem Regierungssitz in Kirgistan, aufliefen und gegen Preiserhöhungen bei Strom und Heizung protestierten. Aus den Protesten entwickelte sich ein Aufstand, der letztlich die Absetzung Bakijews zur Folge hatte. Eine Interimsregierung aus ehemaligen Oppositionellen übernahm das Ruder.
Hunderte Menschen kommen täglich am Alatoo-Platz im zentrum von Bischkek vorbei und gedenken der Toten, teils erschüttert, teils neugierig, manche auf dem Weg zur Arbeit - die Gesichter und die Namen der Toten machen den Aufstand zu einer sehr persönlichen Sache, gehen nahe. Immer wieder lassen sich die Passanten in die Hocke nieder und beten gemeinsam.
Der Aufstand hat die Bevölkerung in Kirgistan wirklich erschüttert. Das Schlimmste für viele ist jedoch, dass niemand weiß, wie es weitergeht. Bei den meisten herrscht ängstliche Unruhe, denn Positives erwartet niemand.
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