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Kasachstan: Ein pragmatischer Islam

Beim Freitagsgebet in Almaty
Beim Freitagsgebet in Almaty

qantara.de, 27.11.2008

In Kasachstan erfreut sich der Islam einer zunehmenden Popularität. Für viele Menschen bedeutet er eine Rückkehr zu kasachischen Traditionen und einen Weg zur eigenen Identität - jenseits russischer Dominanz. Die kasachische Regierung setzt dabei auf multi-ethnische Religionsvielfalt und wehrt sich gegen fundamentalistische Extreme.

Freitag Nachmittag in der Zentralen Moschee von Almaty, unweit vom Grünen Basar, mitten im Zentrum der kasachischen Zwei-Millionen-Stadt: Während der Vorbeter per Mikrofon auf das Freitagsgebet einstimmt, strömen die Leute zu Hunderten in die Moschee. Der große Gebetssaal ist schon voll, die Männer lassen sich auch in schmalen Seitengängen und auf den Treppen nieder. Selbst der Hof der Moschee ist zu Beginn des Gebets mit bunten Gebetsteppichen und Schuhen bedeckt, zu spät Kommende finden kaum noch Platz. Hastig eilen ein paar junge Mädchen, mit hochhackigen Stiefeln und kurzem Rock, die Haare mit einem Tuch bedeckt, in den Gebetssaal der Frauen.

In der Zentralmoschee von Almaty
In der Zentralmoschee von Almaty


Es ist unverkennbar – der Islam ist in Kasachstan wieder angekommen. 17 Jahre nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der Unabhängigkeit Kasachstans machen Muslime, ob aktiv oder nicht, mehr als zwei Drittel der 15 Millionen Einwohner Kasachstans aus – Kasachen, aber auch Usbeken, Uighuren, Aserbaidschaner, Kurden, Iraner, Türken.

“Ja, Kasachstan ist ein muslimischer Staat, aber nicht islamisch,” betont Yershat Ongarov, “Staat und Religion sind in unserem Land strikt voneinander getrennt.” Ongarov leitet die Bildungsabteilung der Geistlichen Verwaltung der Muslime Kasachstans (DUMK), unter deren Dach sich die Muslime des Landes organisiert haben. Gab es zu Beginn der Unabhängigkeit nur 68 Moscheen in Kasachstan, sind es derzeit über 2.200, die meisten wurden in den letzten Jahren gebaut. “Jeden Monat kommen durchschnittlich drei neue Moscheen hinzu,” so Ongarov, “wir haben ein Defizit an Imamen.”

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Datum: Donnerstag, 27. November 2008 14:44
Themengebiet: Gesellschaft, Kasachstan, Print, Religion, qantara.de Trackback: Trackback-URL
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3 Kommentare

  1. 1

    Bol’shoe spasibo za to glubokoe ponimanie i professionalizm, s kotorimi vi rasskazivaete o moem rodnom regione.

    Komplementen!

    lg,

    Aya

  2. 2

    Ая, спасибо Вам за Ваш интерес и за комплимент. Я очень рада что люди интересуются регионом и что я могу немного помогать понимать Вашу страну в Европе. Спасибо и Вам всего доброго!

  3. 3

    Sehr schöner Artikel, wie auch die ganze Site. Ich komme bestimmt wieder.

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